Die dänische Rüstungsbeschaffungs- und Logistikorganisation (DALO) hat den deutschen Panzerabwehrspezialisten Dynamit Nobel Defence (DND) mit der Herstellung und Lieferung von acht Minenwerfersystemen des Typs Skorpion² beauftragt. Dies geht aus einer Mitteilung der DALO hervor, die bereits am 10. Dezember auf der Webseite der Organisation veröffentlicht wurde.
Die ersten Systeme werden voraussichtlich 2026 geliefert. Vor der Lieferung werden Ausbilder und Instandsetzer in der Handhabung der Systeme geschult. Der DALO zufolge werden für den Skorpion² sowohl Magazine mit Übungsminen als auch Magazine mit einsatzfähigen Minen gekauft.
Der DALO zufolge wird die Beschaffung der Systeme als eine wichtige Fähigkeit für den Aufbau der schweren Brigade des dänischen Heeres betrachtet.
„Ich freue mich, dass wir nun den Vertrag über Minenwerfersysteme für das Heer unterzeichnet haben. Der Minenwerfer ist eine völlig neue Fähigkeit, die wir in Dänemark bisher nicht hatten. Minenwerfer sind jedoch eine wichtige Verstärkung für die schwere Brigade, um Minenfelder schnell anlegen zu können und feindliche Durchbrüche in den Verteidigungsoperationen der Brigade zu verhindern“, wird Oberst Thomas Øgendahl Knudsen, Chef der Landdivision der DALO, in der Mitteilung zitiert.
Unklar ist hingegen, welche Plattform als Träger für das Skorpion-Minenwerfersystem zum Einsatz kommen wird. In der Mitteilung heißt es diesbezüglich nur: „Die Minenwerfer sind auf einem standardmäßigen 10-Fuß-Containerrahmen montiert, der auf einen kleineren Lastwagen oder beispielsweise ein unbemanntes Fahrzeug montiert werden kann.“
Minenwerfersystem Skorpion²
Das Minenwerfersystem Skorpion² wurde von DND erstmals auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2024 in Paris gezeigt. Bei dem Skorpion² handelt es sich um ein modulares, fahrzeugunabhängiges System, welches eine schnelle, einfache und sichere Integration auf unterschiedliche Fahrzeuge – Rad, Kette oder unbemannte Systeme – ermöglichen soll. Neben der Integration auf einer selbstangetriebenen Plattform kann das Panzerabwehrwurfminensystem Skorpion² auch auf einer Anhängerlösung realisiert werden.
Im Rahmen der lettischen Berichterstattung wurde das Minenwerfersystem auf einem Unimog-LKW von Mercedes Benz gezeigt.
Das Verlegesystem basiert auf Wurfkanistern, die direkt auf der Mobilitätsplattform montiert oder auf einer modularen Containerplattform über eine ISO668 Twist-Lock-Schnittstelle installiert werden.
Die Wurfeinheiten, die bis zu fünf Magazine mit der AT2+ aufnehmen können, bilden die Schlüsselkomponente des Skorpion². Eine 10-Fuß-Containerplattform kann vier Wurfeinheiten aufnehmen. Die aus vier Startröhren mit je fünf AT2+-Minen bestehenden Magazine dienen als Einweg-Start-, Transport- und Lagerbehälter für insgesamt 20 AT2+ Panzerabwehrwurfminen. Das Gewicht einer mit fünf Magazinen voll bestückten Wurfeinheit wird seitens DND mit 400 kg angegeben. Möglich sei auch eine Realisierung auf einer 15- oder 20-Fuß-Containerplattform.
Das modulare Minenverlegesystem Skorpion² ermöglicht DND zufolge ein situationsgerechtes, schnelles Auslegen von Minensperren innerhalb von wenigen Minuten. Nach Einstellung der Form und Dichte der Sperre platziert das Skorpion²-System die Wurfminen vollautomatisch. Eine Sperrbreite von 2.000 Metern kann mit dem System in weniger als 10 Minuten angelegt werden.
Da Skorpion² über ein Command & Control-Gerät verfügt, können alle relevanten Sperrinformation mittels einer Schnittstelle in das jeweilige Battle Management System transferiert werden, um ein lückenloses Reporting zu gewährleisten.
Panzerabwehrwurfmine Next Generation AT2+
Bei der Panzerabwehrwurfmine Next Generation AT2+ (NG AT2+) handelt es sich nach Angaben von DND um eine Überarbeitung der bewährten Panzerabwehrwurfmine AT2, welche ebenfalls von DND hergestellt wurde. Die NG AT2+ ist eine programmierbare, streuungsfähige Panzerabwehrmunition mit digitalisierter Steuerung und einem Multisensorsystem, welches unter der gesamten Breite eines Kampfpanzers wirkt.
Die Gefechtskopfleistung wird seitens DND mit einer Penetrationsleistung von > 140 mm RHA angegeben. Zudem soll die robuste Mine gegen verschiedene Arten von Räumungssystemen gehärtet sein. Sechs an der AT2+ angebrachte Stützfüße sorgen dafür, dass sich die Mine nach dem Verschuss automatisch in die Einsatzposition bringt.
Den Aussagen des Herstellers zufolge kann die Wurfmine NG AT2+ auf unterschiedliche Art und Weise verlegt werden. Dazu zählt eine Verbringung mit dem neuen modularen Minenverlegesystem Skorpion², dem handgehaltenen Minenwurfgerät Bobcat, im Rahmen von Minenausstoßraketen – mit zwei bis fünf AT2+ pro Rakete – sowie mittels in Hubschraubern integrierten Minenwurfsystemen.
Waldemar Geiger


















