Das Verteidigungsministerium bereitet für das kommende Jahr eine Beschaffungsvorlage für 75 weitere Leopard-2-Kampfpanzer für die Bundeswehr vor. Das sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius gestern beim Roll-out der ersten Leopard 2 A8 für die deutschen und die norwegischen Streitkräfte am Stammsitz von KNDS Deutschland im Münchner Stadtteil Allach. Bislang hat die Bundeswehr 123 Exemplare des Leopard 2 A8 – es handelt sich um die modernste Variante des Kampfpanzers – bei KNDS bestellt.
Bei der anstehenden Beschaffung dürfte es sich auch um diese Variante handeln, die auch von anderen Nationen wie etwa Litauen, Schweden, Tschechien und den Niederlanden geordert wurde. Presseberichten zufolge soll der sogenannte Systempreis für den Kampfpanzer bei rund 20 Millionen Euro liegen.
Nach Einschätzung von Ralf Ketzel, CEO von KNDS Deutschland, könnten womöglich weitere Nutzerländer des Leopard 2 A8 dazukommen, etwa Spanien oder weitere baltische Staaten. Auch im Südosten Europas gebe es einen Bedarf. Kroatien hatte bereits im vergangenen Jahr die Beschaffung von bis zu 50 Leoparden der neuesten Version angekündigt.
Mit der Nutzung einer einheitlichen Variante des Leopard in Europa soll die Interoperabilität vereinfacht und Kosten eingespart werden. Dennoch gibt es selbst zwischen den deutschen und norwegischen Panzern leichte Unterschiede.

So verfügt der norwegische 2 A8 über ein Laserwarnsystem aus israelischer Fertigung, während die deutschen Panzer mit einem solchen System aus heimischer Fertigung ausgerüstet werden sollen, das sich bereits in Nutzung befindet.
Überdies legt Norwegen größeren Wert auf Gewichtsreduktion, weshalb im Gegensatz zur Bundeswehr auf schwere Kettenblenden verzichtet wurde und ein Unterboden-Minenschutz zwar grundsätzlich möglich aber noch nicht montiert ist. Während der deutsche 2 A8 gemäß D-LBO basic ausgestattet wurde, verfügt sein norwegischer Gegenpart über entsprechende nationale Funktechnik und Battle Management Systeme.
Lars Hoffmann















