Rüstungskooperation
Rahmenvereinbarung zwischen Japan und Deutschland geplant

Die Verteidigungsministerien Japans und Deutschlands wollen offenbar die Zusammenarbeit der Rüstungsindustrien beider Länder voranbringen. Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, soll dazu in Kürze ein Kooperationsabkommen auf Regierungsebene unterschrieben werden.

Den Angaben zufolge sind die Inhalte der Vereinbarung zwischen den Partnern bereits weitgehend abgestimmt. Wie es weiter heißt, wünscht sich das BMVg insbesondere im High-Tech-Bereich, etwa der Robotik, eine bilaterale Kooperation. Das Abkommen ist als Rahmen gedacht, der dann mit konkreten Vorhaben ausgefüllt wird. Dabei soll Potenzial sowohl im Landtechnikbereich als auch in den Domänen Luft und See vorhanden sein.  In der Vergangenheit hatte Japan offenbar Interesse an geschützten Fahrzeugen signalisiert.

Insider gehen davon aus, dass zahlreiche deutsche Unternehmen  mit Japan zusammenarbeiten wollen. Andere sollen dagegen Bedenken geäußert haben, dass einseitig Know-how abfließen und ihnen neue Konkurrenz auf dem Weltmarkt erwachsen könnte.

Japan hat nach dem Zweiten Weltkrieg eine sehr restriktive Rüstungsexportpolitik betrieben, die erst langsam gelockert wird. So waren japanische Schiffbauer bei der U-Boot-Ausschreibung in Australien erstmals als Konkurrenten zu TKMS aufgetreten. Aufgrund der Konzentration auf den Heimatmarkt und damit fehlenden Skaleneffekten sollen japanische Rüstungsfirmen im Gegensatz zu deutschen mitunter hoch subventioniert werden.

Dem Vernehmen nach wollen parallel zu den Regierungsgesprächen auch der japanische und der deutsche Verband  der Rüstungsindustrie ihre Zusammenarbeit ausbauen. Der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) wollte dazu keine Stellung nehmen.
lah/18.5.2017